Thunfisch während der Schwangerschaft

Währendmaternity is love der Schwangerschaft muss man insbesondere bezüglich Fisch oftmals grösste Vorsicht walten lassen. Der Frage ob während den knapp 40 Wochen und der anschliessenden Stillzeit unbedenklich Thunfisch (Euthynnus) gegessen werden darf, geht dieser Beitrag nach.

Thunfischkonsum ausserhalb der Schwangerschaft

Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) hat alle Lebensmittel im DGE-Ernährungskreis in 7 Gruppen eingeteilt. Bezüglich Fisch gilt für eine reichhaltige Ernährung, dass wöchentlich 1 Portion fettarmer Seefisch (zwischen 80 bis 150 Gramm) und 1 Portion fettreicher Seefisch (ca. 70 Gramm) konsumiert werden sollte. Der Thunfisch gehört zu den fettreichen Fischen, da er pro 100 Gramm essbaren Anteil knapp 15 Gramm Fett hat [1]. Das Österreichische Bundesministerium für Gesundheit empfiehlt ebenfalls 1-2 Fischportionen pro Woche, wobei fettreiche Fische zu bevorzugen seien. Und auch das Bundesamt für Gesundheit der Schweiz ratet für die Zufuhr von N-3- und N-6-Fettsäuren (= langkettige mehrfach ungesättigte Fettsäuren) zu ein bis zweimal Fisch pro Woche [2].
Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass der Thunfischkonsum ein wichtiger Bestandteil der allgemeinen Ernährung sein sollte und unbedenklich zweimal in der Woche konsumiert werden darf.

Thunfischkonsum während der Schwangerschaft und Stillzeit

Langkettige mehrfach ungesättigte Fettsäuren

Der Konsum dieser Fettsäuren, welche vorallem in fettreichen Fischen wie Thunfisch und Lachs vorhanden sind, ist von besonderer Bedeutung während der Schwangerschaft und für die Entwicklung des Kindes. Die langkettigen mehrfach ungesättigten Fettsäuren haben einen positiven Effekt auf die Dauer der Schwangerschaft – der Bedarf des Kindes im Mutterleib an den Fettsäuren ist circa 50 Miligramm bis 60 Miligramm pro Tag. Um diesen Bedarf zu decken empfiehlt der Expertenbericht der Eidgenössischen Ernährungskommission vom Jahr 2006 den Konsum von bis zu 300 Gramm an fettreichem Fisch. Gewisse dieser Fischarten können aber durch unerwünschte chemische Substanzen (siehe unten) ein gewisses Risikopotential in sich tragen.

Gefahren

Gesundheitliche Bedenken während der Schwangerschaft ergeben sich in der Regel nicht durch den Thunfisch selber, sondern durch unerwünschte chemische Substanzen wie Antibiotika, Pflanzenschutzmittel oder auch Schwermetalle wie Blei, Cladmium oder Quecksilber, welche sich im Fleisch ansammeln können [1]. Während der Stillzeit können zusätzlich Organochlorpestizide (Schädlingsbekämpfungsmittel) und bromierte Flammschutzmittel über die Muttermilch in das Kind gelangen. Bromierte Flammschutzmittel sind chemische Stoffe, welche diversen Produkten wie zum Beispiel Textilien zugefügt werden, damit diese schwerer brennbar sind; es kann bei der Entsorgung dieser Produkten dann vorkommen, dass diese Mittel dann Gewässer kontaminieren und so in das Thunfischfleisch gelangen.

Quecksilber

Die chemische Abkürzung für Quecksilber ist Hg und für Methylquecksilber Methyl-Hg. Der schweizerische Grenzwert für Methyl-Hg liegt bei 1mg pro Kilogramm Raubfisch. Da bei Thunfischen aus der Dose oftmals andere Speziesarten und kleinere Fische verwendet werden, enthält Dosenthunfisch in der Regel weniger Methyl-Hg. Das Bundesamt für Gesundheit in der Schweiz hat im Jahr 2006 mitgeteilt, dass die durchschnittliche Aussetzungsgefahr an Quecksilber als eher unbedenklich einzustufen ist.
Für schwangere Frauen kann jedoch eine Gefährdung aufgrund der Werte bestehen und es werden daher andere Empfehlungen abgegeben.
[1].

Empfehlungen zum Thunfischkonsum während der Schwangerschaft

Das Bundesamt für Gesundheit (Schweiz) empfahl im Jahr 2006 und 2008 den folgenden Thon- und Thunfischkonsum:
– Thon aus der Büchse: Maximal viermal wöchentlich 130 Gramm
– Frischer Thunfisch: Maximal einmal wöchentlich 130 Gramm
Konsumiert sollten möglichst fetthaltige aber Methylquecksilberarme Fische wie Forellen, Rotbarsch, Felchen und Sardinen werden (1-2 Portionen pro Woche). [1], [10]

Die britische Food Standard Agency empfahl im Jahr 2004/2005:
– Konserventhunfisch: Höchstens 560 Gramm pro Woche
– Thunfischsteak: Höchstens 280 Gramm pro Woche

Die Food and Drug Administration (USA) empfahl:
– Thunfisch-Steak: Höchstens 175 Gramm pro Woche (eine Portion)
– Keine Empfehlung bezüglich Thon aus der Dose [7]

Das Bundesamt für Risikobewertung (Deutschland) empfahl im Jahr 2008, auf den Konsum von frischem Thunfish und Konserventhon während der Schwangerschaft zu verzichten. Der Konsum von 80 Gramm Thunfischkonserve würde den Provisional Tolerable Weekly Intake Wert (PTWI-Wert) von Quecksilber einer 60 Kilogramm schweren Frau bereits zu 80% ausschöpfen. [9]

Die Europäische Kommission empfahl im Jahr 2004:
– Wöchentlich nicht mehr als 2 Thunfischportionen (keine Mengenangabe) [8]
[1], [3], [4], [5], [6], [7], [8]

Quellen

[1] Ernährung in der Schwangerschaft und Stillzeit – Gefahren für Mutter und Kind? Expertenbericht der Eidgenössischen Ernhrungskommission für eine optimale Ernäährung von Mutter und Kind – Bundesamt für Gesundheit, Schweiz. Publiziert am 13.07.2007. Diese und weitere Publikationen vom Bundesamt für Gesundheit sind hier zu finden.
[2] Aktuelle Ernährungsempfehlungen – Sechster Schweizerischer Ernährungsbericht – Bundesamt für Gesundheit
[3] Opinion of the scientific panel on contaminants in the food chain (…), EFSA Journal 2005
[4] Advice on fish consumption, 2004, SACN
[5] FSA issues new advice on oily fisch consumption, 2004, FSA
[6] Agency updates advice to pregnant and breast-feeding women on eating certain fish, 2003, FSA
[7] Overview of the draft FDA/EPA methylmercury consumer advisory, 2003, FDA/EPA und What you need to know about mercury in fish and shellfish, 2004, FDA/EPA
[8] Methylmercury in fish and fishery products, 2004, EC
[9] Stellungnahme Nr. 041/2008 des Bundesamt für Risikobewert (Deutschland) vom 10.09.2008 mit dem Titel „Verbrauchertipp für Schwangere und Stillende, den Verzehr von Thunfisch einzuschränken, hat weiterhin Gültigkeit“. Die ganze Stellungnahme ist hier zu finden.
[10] Ernährung in der Schwangerschaft und Stillzeit, Bundesamt für Gesundheit, Dezember 2008. Die komplette Broschüre gibt es hier.

Bildquellen

„Maternity is Love“ von Romolo Tavani, erworben als XS Standardlizenz über Fotolia.com

Disclaimer: Dieser Artikel wurde ausführlich recherchiert und jeweils mit Quellen unterlegt. Unabhängig davon wird für keine der getroffenen Aussagen, sofern Sie überhaupt vom Autor stammen, eine Haftung übernommen. Allfällige wissenschaftliche Erkenntnisse, veränderte Empfehlungen der Länder oder Wissensstandsveränderung seit der Publikation der Quellen wurden nicht berücksichtigt.

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